15.12.2016: Isabel Abedi im weihnachtlichen Interview

Auf der Buchmesse in Frankfurt hat der Arena Verlag Buchblogger eingeladen, mit Autorin Isabel Abedi Waffeln zu essen. Ich durfte mit und habe euch darüber berichtet. Weil ich so begeistert war, habe ich Isabel gleich gefragt, ob sie Lust hat, beim weihnachtlichen Interview dabei zu sein und sie hat sofort zugesagt. Ein wahnsinnig sympathischer Mensch, eine fantastische Autorin. Und ihr könnt heute eines ihrer Bücher gewinnen.

Schreibtrieb: Im November gab es den ersten Schnee, die ersten  Plätzchen Ende August. Das Weihnachtsfieber grassiert. Bist du angesteckt?
Isabel Abedi und ich auf der Frankfurter Buchmesse
Isabel Abedi und ich auf der Frankfurter Buchmesse

Isabel: Ich bin ein Sommermensch und zunehmend immun gegen das alljährliche Weihnachtsfieber, vor allem gegen die Jagd nach Geschenken, die ich von Herzen gern vergebe und erhalte, wenn sie nicht durch ein Datum im Kalender bestimmt werden. Anstecken lasse ich mich gern von der besinnlichen Zeit zwischen den Jahren, wenn die Läden geschlossen haben und man zuhause zueinander (und zu sich selbst) findet.

Schreibtrieb: Das verstehe ich nur zu gut. Ich probiere ja jedes Jahr neue Rezepte aus. Letztes Jahr stand ich auf Kardamom im Schokoladenguss, dieses Jahr hab ich eher Lust auf Zitronentaler. Bei welcher weihnachtlichen Nascherei kannst du nicht widerstehen? Oder gibt es etwas, was du gar nicht magst? Ich beispielsweise kann Marzipan nicht ausstehen und mache einen weiten Bogen um Christstollen.

Isabel: Weite Bögen mache ich – auch aus Rücksicht auf meine Liebsten – ums Selberbacken, ich bin eher am Kochtopf kreativ. Meine Lieblingsplätzchen waren und bleiben die „Spitzbuben“ meiner Großmutter, aber die existieren nur noch in der Erinnerung an meine Kindheit. In diesem Jahr freue ich mich auf die Weihnachtsplätzchen meiner Tochter und werde sehen, ob sie mich als Küchenhilfe einstellt.

Schreibtrieb: Bei meinen drei Kindern bekomme ich jedes Jahr wieder bekannte und neue Weihnachtsgedichte zu hören. Welches Gedicht versetzt dich so richtig in Weihnachtsstimmung? Oder ist es eher ein Lied/ ein Film? Und bei welchem weihnachtlichen Kulturgut möchtest du am liebsten davonlaufen?

15Isabel: Mein liebstes Weihnachtslied ist „Rudolph, the red nosed raindeer“, das meine Mutter damals aus New York mitbrachte; verbunden mit der Geschichte des Obdachlosen, der ihr und meinem Stiefvater sämtliche Strophen in der U-Bahnstation vorsang. Davonlaufen möchte (und werde) ich vor dem Stress, den Weihnachten bei so vielen Menschen auslöst, denn der gehört im Grunde so gar nicht zur Kultur dieses Festes.

Schreibtrieb: Wo wir gerade bei Stress sind. Dieses Jahr wird es in unserem Wohnzimmer richtig voll. Drei Kinder, vier Großeltern nebst Partnern (mein Mann und ich sind beides Scheidungskinder), Onkle, Patenonkel und unsere Katze. Wirst du an Weihnachten zum Familienmensch oder flüchtest du lieber in eine einsame Berghütte? Wie sieht dein perfekter Weihnachtsabend aus?

Isabel: Er findet in diesem Jahr mit meinen liebsten Menschen in der Weihnachtsstube meiner besten Freundin statt. Zum ersten Mal seit mehreren Jahren sind unsere Kinder wieder daheim und kommen aus verschiedensten Himmelsrichtungen zusammen; das ist für mich das schönste Fest.

Schreibtrieb: Meine Kinder sind ja noch klein. Keule hat dieses Jahr seinen Wunschzettel ganz alleine gemacht und hat ziemlich hohe Ansprüche ans Christkind. Was wünschst du dir dieses Jahr, materiell und ideell?

Isabel: Mein größter Wunsch in diesem Jahr ist es das Zusammensein als Geschenk zu erleben – ideeller Weise nicht nur zu Weihnachten, sondern auch an anderen Jahrestagen.

Schreibtrieb: Im Rückblick auf dieses Jahr auf jeden Fall das wichtigste Geschenk. 2016 war in vielerlei Hinsicht bewegend – und nicht immer im positiven Sinne. Weihnachten ist auch die Zeit der Besinnung, Nächstenliebe und des Rückblicks auf das vergangene Jahr. Wo hattest du in dem ganzen Trubel, den Wahlergebnissen und Schicksalsschlägen, die die Welt für uns bereit hatte, denn deine Lichtblicke? Und was hat dich besonders bewegt?

Isabel: Die Verbundenheit mit den Menschen, die ich liebe.

Schreibtrieb: Hand aufs Herz. Deine Bücher sind toll und gehören natürlich unter den Baum. Aber welches Buch/welche Bücher eines anderen Autors wird dieses Jahr bei deinen Weihnachtseinkäufen nicht fehlen?

Isabel: Wie schon geschrieben, verzichte ich diesmal aufs Weihnachtseinkaufen, aber mein Lieblingsbuch in diesem Jahr ist Vom Ende der Einsamkeit von Benedict Wells.

Schreibtrieb: Dein letztes Buch „Die längste Nacht“ ist quasi noch druckfrisch. Hat das Weihnachtsfest dich denn auch schon mal inspiriert, etwas zu schreiben?

Isabel Abedi: Die längste NachtIsabel: Zu den Weihnachtsgeschichten aus meiner eigenen Sammlung zählen das Bilderbuch Der Weihnachtsrabe Rasputin findet das Glück, die Vorlesegeschichte „Der Bär im Schafspelz“, aus der in noch ungewisser Zukunft ein eigenes Bilderbuch werden soll und das Adventskalenderbuch Merope, das Sternenkind.

Schreibtrieb: Ich finde es immer wieder faszinierend, wie unterschiedlich Weihnachten sich doch am Ende literarisch äußert. Apropos Literatur. Auf welches Werk von dir dürfen wir uns denn für 2017 schon heute freuen?

Isabel: Ich genieße zum ersten Mal seit jahrelanger Schreibzeit eine Phase, in der ich innehalte und selbst wieder neugierig sein darf, auf Geschichten, die in mir wachsen wollen. Bis dahin wünsche ich mir, dass sich meine bisherigen Bücher auch noch für neue Leser öffnen. Aktuell übersetze ich einen Jugendroman aus dem Amerikanischen, dessen Erscheinung für den Herbst 2017 anvisiert wird. Sobald Termin und Titel feststehen, erfahrt Ihr es auf meiner Website: www.isabel-abedi.de

Schreibtrieb: Die werde ich auf jeden Fall im Auge behalten. Vielen Dank, dass du beim weihnachtlichen Interview mitgemacht hast.

Eure Gewinnchance: Und wenn ihr noch ein Buch von Isabel Abedi in eure Regal braucht, springt in den Lostopf für Applaus für Lola und hinterlasst mir einen Kommentar. Es gelten die Regeln des Adventskalenders.

Kommentare

  1. Das neueste Buch von Isabel hat viele Leser begeistert. Tatsächlich hört es sich auch für mich sehr interessant an. Habe es sofort auf meine Wunschliste gesetzt. Sehr spannend finde ich, wenn ein Autor für Kinder und Erwachsene schreibt. Es sind doch sehr unterschiedliche Themen und Ausführungen. Oftmals ist man ja nicht in alle Richtungen sensibel. Ich zum Beispiel merke, dass so richtige Jugendliteratur nichts mehr für mich ist. Aus diesem Schuh bin ich jetzt doch rausgewachsen. Umso mehr „Hut ab“ für all die, die das können.

    Meine Mäuschen sind ja noch zu klein für das Gewinnbuch von Isabel. Daher springe ich nicht in den Lostopf. An dem Buch soll sich ja ein Kind erfreuen, das sofort mit dem Lesen anfangen kann!

    Danke für dieses schöne Interview. Ich habe zu Isabel auch damals sehr gerne deinen Buchmessebericht gelesen. 🙂
    LG, monerl

  2. Nach diesem Interview ist mir Isabell Abedi noch sympatischer. Ich mag es ebenfalls, wenn ich lieben Menschen mit einem schönen Geschenk eine Freude machen kann und das nicht nur zu Weihnachten, sondern das ganze Jahr über. Auch der viele Streß rund um das Heilige Fest ist mir zu viel und deshalb läuft bei mir immer alles auf Sparflamme. Ich schmücke nur ein wenig, es gibt kleine Geschenke und dafür viel Zeit für die Familie.

    Liebe Grüße
    Thea

Ich freu mich über eure Meinungen